
Lausitzer Rundschau vom 17.08.2005
Forst. Für die weitere Mitfinanzierung des Brandenburgischen Textilmuseums und perspektivisch eine Zusammenlegung von Museum, Stadtarchiv und Bibliothek hat sich gestern Bürgermeister Gerhard Reinfeld ausgesprochen. «Für uns als Stadt ist es wichtig, dass es ein Identität stiftendes Museum gibt» , hob Reinfeld bei einem Pressegespräch zum zehnjährigen Bestehen des Museums hervor.
![]() |
|
Foto: Jürgen Scholz |
|
Jubiläums-Vorbereitung: Museumsleiterin Michaela Zuber und Museumsverein-Geschäftsführerin Angela Maaß mit dem Plakat zum zehnjährigen Bestehen des Ostdeutschen Textilmuseums. |
Es sei richtig gewesen, das Museum vom Verein betreiben zu lassen, sagte Reinfeld, der selbst Gründungsmitglied des Museumsvereins ist. Die Stadt müsste mehr zahlen, wenn sie ein Museum selbst betreiben wollte, das auch Ort kulturellen Lebens sei. Wer beim Museum streiche, der streiche auch an der Bildung. Die Stadt unterstützt den Museumsbetrieb jährlich mit 133 000 Euro. Der Betreibervertrag läuft kommendes Jahr aus. Der PDS-Fraktionsvorsitzende Ingo Paeschke hatte vor kurzem die Frage aufgeworfen, ob sich die Stadt angesichts der Kassenlage den Zuschuss in dieser Höhe noch leisten könne (die RUNDSCHAU berichtete). Dabei hatte er auch kritisiert, dass es bisher keinen Grundsatzbeschluss gebe, der die Vorbereitungen für eine Zusammenlegung von Bibliothek, Archiv und Museum rechtfertige. Die Kosten für das Vorhaben werden mit über zehn Millionen Euro gehandelt. Die Fraktionen seien informiert worden, einen Beschlussvorschlag werde er erst einbringen, wenn er eine Finanzierungsmöglichkeit sehe, erklärte Reinfeld gestern und macht deutlich, dass er sonst eine Ablehnung befürchte. Man wolle ein Projekt in der Schublade haben,falls es vom Land oder vom Bund ein neues Förderprogramm geben sollte.
Das Textilmuseum hat unter anderem mit 40 Sonderausstellungen bisher
über 58 000 Besucher angelockt und liegt nach Angaben von
Museumsvereins-Geschäftsführerin Angela Maaß im Vergleich mit anderen
Museen der Region recht gut. Nach der Installation des
Tourismusinformationssystems sei eine Besuchersteigerung um etwa ein
Viertel zu beobachten. In diesem Jahr wurden bisher 3785 Besucher
gezählt. Im gesamten Vorjahr waren es 5619. In zwei Wochen wird das
zehnjährige Bestehen des Museums mit einem Fach-Symposium und einem
Empfang sowie mit einem Volksfest gefeiert.
Am Samstag, dem 27. August, wird ab 14 Uhr das Jubiläum im Hof des Museums an der Sorauer Straße gefeiert. Handwerker aus der Region werden auf einem kleinen Markt ihr Können zeigen und vor allem Forster Vereine das umfangreiche Programm gestalten, das erst gegen 20 Uhr mit der Modenschau einer polnischen Frauengruppe endet.
von Jürgen Scholz