Die Geschichte des Kreises Sorau
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Ausstellungsarchiv

Streiflichter durch die Geschichte des
Kreises Sorau

12.05.2005 bis 18.09.2005

Heimatmuseum Biebersteinschloss in Sorau

Sorauer Porzellan Teekanne

Rathaus 1944

 

Sorauer Leinen

 

Das Sorauer Heimatarchiv

Im Dezember des Jahres 2004 hat die Stadt Forst (L.) das Sorauer Heimatarchiv von Günther Krause aus Dortmund übernommen.

Auf der Suche nach einer dauerhaften Unterbringung seiner Sammlung hat sich Günther Krause für die Stadt Forst entschieden. Diese Sammlung steht in einem engen Zusammenhang mit der Geschichte der Stadt Forst, die lange zum Kreis Sorau gehörte und von 1897 bis 1945 als eigener Stadtkreis eine Enklave im Kreis Sorau bildete.

Günther Krause wurde 1926 in Sorau geboren. Als Soldat geriet er im Frühjahr 1945 in englische Kriegsgefangenschaft. Bald darauf entlassen, ging er nach Nordrhein-Westfalen, nachdem er erfahren hatte, dass seine Mutter bei einem Transport mit anderen Sorauern dorthin gelangt sei. Heute lebt er in Dortmund.

Seit dem Ende der vierziger Jahre arbeitete Günther Krause im "Arbeitskreis heimattreuer Sorauer", einem Zusammenschluss von Flüchtlingen und Vertriebenen aus Stadt und Kreis Sorau. In diesem Kreis begann er sich bald für die Sicherung von Kulturgütern aus seiner Heimatregion und für die Aufarbeitung ihrer Geschichte zu engagieren.

Von 1952 bis 2001 war Herr Krause Herausgeber des Sorauer Heimatblattes und trug damit entscheidend zum Zusammenhalt der weit gestreuten Gemeinschaft der ehemaligen Sorauer bei. Im Rahmen dieser Tätigkeit entstand, fern seines geographischen Bezugspunktes, teils durch Sammlungstätigkeit, teils durch Schenkungen ehemaliger Sorauer das Sorauer Heimatarchiv.

Von 1961 bis 1990 war die Sammlung in der "Sorauer Heimatstube" in Hamm/Westfalen ausgestellt. 

Die Ausstellung

Der Kreis Sorau, heute Zary, bildet den südöstlichen Teil der Niederlausitz. Infolge des Potsdamer Abkommens im Jahr 1945 wurde der östlich der Neiße gelegene Teil des Kreises dem polnischen Staat zugeschlagen. Der westlich der Neiße gelegene Teil bildete den späteren Kreis Forst.

Die Ausstellung im Forster Museum gab einen ersten Überblick über die Bestände des Sorauer Heimatarchivs. In groben Zügen wurde die historische Entwicklung des ehemaligen Kreises Sorau veranschaulicht. Sie reicht von der Vorgeschichte über die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch die Wiedereingliederung der ehemaligen Sorauer in ihrem neuen Lebensumfeld bildete ein Thema. Zu sehen waren Auszüge der 1990 geschlossenen Ausstellung des Heimatmuseums im Hamm, weiterhin historische Karten, Fotografien und Erzeugnisse beispielsweise der Sorauer Textil- und Keramikindustrie. Ein besonders wertvolles Dokument war der Film über die Leinenweberei im ehemaligen Kreis Sorau aus dem Jahr 1936. Das Leben der heutigen Bewohner der Stadt Sorau war in einem weiteren zeitgeschichtlichen Videofilm zu sehen.