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Ein Projekt im
Rahmen der Initiative
Kulturland 2000 Brandenburg
von gestern bis morgen
Stationen der Industriekultur in
Brandenburg
Gefördert mit Mitteln der Bundesregierung, Beauftragter für Kultur, und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.
Mit freundlicher Unterstützung der
Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land
Brandenburg gemeinsam mit allen brandenburgischen
Sparkassen und besonders der
Sparkasse Spree-Neiße
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Sehr
geehrte Damen und Herren, liebe
Museumsvereinsmitglieder,
ich begrüße Sie auf das Herzlichste zu unserer
heutigen Ausstellungseröffnung und freue mich, daß
Sie sich trotz des Alltags- und Urlaubsstresses
sich für uns Zeit nehmen.
"Fadenbruch", unter diesem Titel präsentiert sich die neue Ausstellung des Museumsvereins der Stadt Forst (Lausitz) e.V. im Brandenburgischen Textilmuseum. Dokumentiert und kommentiert wird der Arbeitsalltag im ehemaligen Volkseigenen Betrieb der Forster Tuchfabriken. Eines der ehemaligen Hauptarbeitgeber in unserer Stadt. Das ist Geschichte, die viele von Ihnen miterlebt, ja sogar mitgeschrieben haben. Wo wird Geschichte lebendig gehalten ? Wo erschlossen und für die Gesellschaft und für die Zukunft bewahrt und öffentlich gemacht? Das sind auch die Aufgaben und Funktionen des Brandenburgischen Textilmuseums in Forst.
Dieses Ausstellungsprojekt, unter der Leitung von Frau Dr. Clemens, entstand im Anschluss an die wissenschaftliche Erschließung und Inventarisierung von über 5000 Fotografien aus der Museumssammlung und aus dem Stadtarchiv mit Motiven aus den Forster Tuchfabriken aus den Jahren der DDR. Diese Aufgabe konnte unser Museumsverein nur durch die wohlwollende Förderung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und den Verein der Brandenburgischen Museen für Technik, Arbeit und Verkehr erfüllen. Die Projektleitung wurde auf Honorarbasis Frau Dr. Clemens übertragen. Gemeinsam mit den Museumsmitarbeiterinnen und weiteren vier Mitarbeiterinnen, die im Rahmen einer ABM in unserem Museum arbeiten konnten, wurde dieses, ich möchte fast sagen "Mammutprogramm" dankend bewältigt. Das Ausstellungsprojekt, das in "Kulturland 2000 – Stationen der Industriekultur im Land Brandenburg" eingebunden ist, (Herr Maier wird uns im Anschluss Näheres dazu berichten) wäre ohne finanzielle Förderungen nicht zustande gekommen. Daher gilt mein Dank dem Bundeskulturbeauftragten, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, dem Verein der Brandenburgischen Museen für Technik, Arbeit und Verkehr. Besonders danken möchte ich der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Spree-Neiße sowie der Stadt Forst, dem Landkreis Spree-Neiße und natürlich Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, die in so erbaulicher Art und Weise das Kulturleben in unserer Stadt durch Ihre aktive Mitgliedschaft in unserem Museumsverein beleben. Denn, Sie kennen ja mittlerweile das beliebte Zitat von meinem Mentor Prof. Börsch – Supan: "Kunst und Kultur ist richtig verstanden, nicht nur der Füllstoff für das Aufschäumen der Freizeit, sondern ist geistige Nahrung, die uns helfen kann, unsere Alltagsprobleme besser zu lösen."
Ich
wünsche uns einen angenehmen Abend und der
Ausstellung viel Erfolg!
Vielen Dank!
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Dirk Meyer |
Sehr geehrte Damen
und Herren, liebe Gäste,
Zunächst möchte ich die herzlichen Grüße des
Museumsverbandes und insbesondere der Kollegin und
Kollegen des Projektes Kulturland Brandenburg 2000
überbringen und mich für die Einladung zu dieser
sehr schönen Ausstellung bedanken.
Als ich vor einiger Zeit einen alten
Taschenkalender aus dem Jahre 1987 fand, fiel mir
beim Durchblättern des gutes Stücks auf und auch
wieder ein, welche Vielzahl von Feiertagen für die
Werktätigen aller nur erdenklichen Branchen das
Jahr in der DDR bereithielt.
Nun mag man sich über den Sinn oder Unsinn dieser
Feiertage streiten, jedoch dokumentieren sie auch,
welchen Stellenwert Arbeit und Arbeiterkultur im
kulturellen Gefüge der DDR hatten.
Mittlerweile sind, und das ist Ihnen hier in
Forst in ganz besonderem und schmerzlichen Maße
bekannt, nicht nur diese Feiertage aus den
Kalendern, sondern ganze Industrien
verschwunden.
Das, was in der Analyse fast beschönigend als
Transformationsprozess oder Strukturwandel
bezeichnet wird, hat nicht nur tiefe
wirtschaftliche Einschnitte und soziale Probleme
im Gefolge, sondern auch massive Auswirkungen auf
das Selbstbild, die Identität der hier
Ansässigen.
Umso bemerkenswerter ist der Mut des Museums,
eine Sonderausstellung zu einem Thema, einem
ganzen Problemfeld, zu erarbeiten, das so
unmittelbar an diesen Fragen ansetzt. Wenn
andernorts im Lande verdrängt und weggeschaut
wird, so ist man hier dabei, seiner Geschichte
förmlich ins Gesicht oder besser in die Gesichter
zu schauen. Eine Kernaufgabe von Museen, Identität
zu stiften und aktiv dieses Bewusstsein zu
modellieren, wird hier auf ganz offensive Weise
angegangen.
Und wenn ich sage offensiv, dann meine ich damit
auch die Tatsache, dass sich das Museum öffnet, in
den öffentlichen Raum, den Stadtraum geht und
damit vielleicht auch provoziert, und Stoff für
Diskussionen bietet.
Denn eine klare Bestimmung dessen was das eigene
Selbstverständnis ist, bietet eine gute Grundlage
dafür, Perspektiven einer weiteren Entwicklung
auszumachen und zu formulieren.
Dies Ausstellung trifft damit den Kern der
Intention der diesjährigen Landeskampagne
"Kulturland Brandenburg 2000", welche ja die
Stationen der Industriekultur von gestern bis
morgen präsentiert, aufs Genaueste.
Ich wünsche der Ausstellung großen Erfolg, viele
Besucher und anregende Diskussionen.
Vielen Dank.
Die Ausstellung steht im Rahmen der Dachkampagne Kulturland Brandenburg 2000, mit der in diesem Jahr besonders auf industrie- und technikgeschichtliche Denkmäler und Museen aufmerksam gemacht wird.
Sie zeigt anhand von Fotografien Arbeitsräume und Arbeitsbedingungen, betriebliche Ereignisse und Alltäglichkeiten in der Tuchindustrie von Forst nach 1949.
Sie macht Menschen und Arbeit in einer Industrie sichtbar, die einmal die "Mutter" aller Industrien war, deren genereller Bedeutungsverlust in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts einsetzte, die in der DDR-Planwirtschaft hintenangestellt wurde und die nach 1990 still und kaum beachtet niederging.
Die Ausstellung setzt ein Stück DDR-Industriegeschichte und daran geknüpfte Arbeitsgeschichte von Menschen ins Bild und will darüber ein Gespräch anstoßen. Auswahl und Kommentierung der Fotos erfolgten nicht aus einem, sondern aus mehreren Blickwinkeln: aus der Außensicht historisch wie fotografisch arbeitender Fachleute und aus der Innensicht derjenigen, die in der Tuchindustrie von Forst gearbeitet haben.
Gezeigt werden Bilder nicht nur im Museum, sondern auch an Fabrikfassaden in der Stadt – als Wahnehmungs- und Diskussionsangebot, zur Vergegenwärtigung der Topographie der Industrie, die auf Streifzügen durch die Stadt erkundet werden kann.
Inhaltliche Erarbeitung der Ausstellung: Petra Clemens, Kulturwissenschaftlerin
Gestalterische Umsetzung: Wolf Leo, Grafiker
Im Auftrag des Museumsvereins der Stadt
Forst
Mit Beiträgen von Günter Bayerl, Technikhistoriker; Hans-H. Clemens, Museumsberater; Jörg Roesler, Wirtschaftshistoriker; Roland Zschuppe, Fotograf; Angelika Dubrau, Instandhaltungsmechanikerin; Margarete Hagen, Kettschärerin; Liselotte Laugksch, Dessinateurin; Walter Schneider, Walker
Unterstützt durch die Freigabe von Fabrikfassaden wie Leihgaben von Brandenburgische Tuche GmbH, Forst; Frida Fabian und Ute Hündorf, Wittenberg; Rolf-Dieter Klein, Cottbus; Ullrich O. Kohlstock, Forst; Kreisverwaltung Forst; Reinhard Richter, Forst; Albrecht Schmidt, Herrenberg; Herr Schmidt, Hamburg; Willigs Immobilien- und Verwaltungsgesellschaft, Groitzsch; Möbelhaus Wunderlich, Forst
Vor der Ausstellung stand die Sicherung und Erschließung der Fotos.
1999 kam der Foto-Fundus des VEB Forster Tuchfabriken in das Brandenburgische Textilmuseum. Die Mehrzahl der Fotos war ohne Benennung von Ort, Geschehen, Personen und Zeit. In einjähriger Arbeit wurden 5646 Fotos bestimmt, museumsgerecht dokumentiert und in großer Zahl inhaltlich erschlossen. Dieses Dokumentations- und Erschließungsprojekt war eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, getragen vom Museumsverein der Stadt Forst, betreut von externen Fachleuten. Unter den 5 Projektmitarbeiterinnen, die das Sichern und Ordnen der Fotos, das Sammeln von Informationen und die Eingabe der Daten in den Computer in der Hand hatten, waren zwei einst in den Forster Tuchfabriken beschäftigt. Insgesamt aber waren es 60 ehemalige Betriebsangehörige, die an der bisherigen Erschließung der Fotosammlung teilnahmen. Als Experten ihrer Arbeit angesprochen, kamen sie ins Museum, sahen (oft Hunderte) Fotos durch, versahen sie mit Informationen und Kommentaren. Was so im Erschließungsprojekt begonnen hat, will die Ausstellung fortsetzen: Die Bilder verschiedenen Blicken unterziehen, ihre Erschließung gemeinsam betreiben und darüber in Gespräche kommen.
Fadenbruch, der in der Textilindustrie auch im Arbeitsalltag gängige Fachbegriff für gerissene Fäden
VEB Forster Tuchfabriken, hervorgegangen aus der Zusammenlegung von staatlichen Tuchbetrieben in Forst. Sie erfolgte in mehreren Schüben bis 1969. 1972 wurden dem Betrieb zudem die bis dahin privat verbliebenen Tuchfirmen zugeschlagen. Die Produktion – vor allem Streichgarngewebe – erfolgte in zahlreichen, über die Stadt verstreuten Fabriken. Mit der Zahl seiner Beschäftigten lag der VEB Forster Tuchfabriken vor allen anderen Volltuchbetrieben der DDR. 1989 arbeiteten hier ca. 1900 Menschen.
Forst, als "Tuchstadt des Ostens" im 19. Jahrhundert durch ein einziges spezielles Produkt, die billige Nachahmung des englischen Buckskin, über die Region hinaus bekannt geworden. Mit seiner textilindustriellen Produktion wuchs Forst in der Kaiserzeit zur zweitgrößten Stadt der preußischen Provinz Brandenburg, hinter der Stadt Brandenburg mit ihrer Stahl- und Fahrradproduktion.
In den 1920er Jahren übertraf die Stadt mit ihrem Konzentrationsgrad textilindustrieller Bevölkerung alle anderen deutschen Textilzentren und stellte zugleich 42 % der in der Niederlausitzer Tuchindustrie überhaupt Beschäftigten. 1925 leben in Forst 87 % der ca. 17.000 in der Industrie Beschäftigten von der Tuchproduktion.
In den 1930er Jahren schon nachhaltig von Stagnation erfaßt und am Ende des Zweiten Weltkrieges arg zerstört, wurde die Stadt nach 1945 dennoch schnell wieder in Gang gebracht. Aber der neue, in den 1950er Jahren mit dem Aus- und Aufbau der Kohle- und Energiestandorte in der Niederlausitz verbundene Industrialisierungsschub ging an diesem alten, ursprünglichen industriellen Konzentrationspunkt der Niederlausitz und Brandenburgs vorbei bzw. wurde zu seinen Lasten bewerkstelligt.
Forst blieb zu DDR-Zeiten weitgehend in seiner homoindustriellen Geschlossenheit und die Tuchproduktion in den alten, meist zwischen den 1870er und 1920er Jahren gebauten Fabrikanlagen, die seine städtische Landschaft prägten.
Was heute (noch) als Zeugnis einer markanten Etappe von Industrie-Kultur-Geschichte dasteht, diente bis zum Ende der DDR als Arbeits- und Produktionsstätte.
Die Ausstellung überschreitet den musealen Rahmen im Brandenburgischen Textilmuseum und ist in den Stadtraum hinein geöffnet. Bilder an den Bauten ehemaliger Produktionsstätten legen Fährten in die Vergangenheit.
Der Stadtrundgang beginnt im Museum und hat 8 Stationen. Ein Lageplan mit Wegskizze ist im Museum kostenfrei erhältlich.
Lausitzer Rundschau vom 13.Juli 2000
Von Elke Gehrmann
"Fadenbruch" noch vor wenigen Jahren saß dieses Wort in vielen Forster Familien gewissermaßen mit am Abendbrottisch. Die Textilindustrie bestimmte das Leben in der Stadt, ein jeder hatte auf irgendeine Art damit zu tun. "Fadenbruch", durch die Erzählungen zu Hause wusste das jedes Kind, das war, wenn ein Faden riss. Eigentlich nicht weiter schlimm: Auf Mutters Arbeit passierte so etwas täglich und war meist mit einer geübten Handbewegung wieder behoben.
Ungleich dramatischer ist der "Fadenbruch", von dem in den bevorstehenden Wochen allerorten in Forst die Rede sein wird. "Fadenbruch" dieser Titel der neuesten Sonderausstellung im Brandenburgischen Textilmuseum steht symbolisch für den plötzlichen und dramatischen Niedergang eines Industriezweiges in Forst, der mehr als 100 Jahre lang das Leben der Region bestimmte. Nach 1990, dem Beginn des Zusammenbruch der Textilindustrie im einst so stolzen "deutschen Manchester", hatte lange Zeit tiefes Entsetzen einen großen Teil der Menschen in der Stadt gelähmt. Entsetzen und Trauer. Zahllose Wunden auf den Seelen derer mussten verheilen, deren Mittelpunkt stets die Arbeit gewesen war und die sie über Nacht verloren hatten.
Wie die Kulturwissenschaftlerin Dr. Petra Clemens, Organisatorin der Ausstellung "Fadenbruch" in den vergangenen Monaten der Vorbereitung erfahren hat, ist dieses Thema für viele ehemalige Textilarbeiter bis heute noch nicht aufgearbeitet. Einige Gespräche, die sie mit ehemaligen Tufa-Frauen führte, seien sehr emotional verlaufen die erzwungene Erinnerung hätte den jahrelang verdrängten Schmerz über den Gang der Geschichte wieder hochgespült.
Dokumentation erarbeitet
Im vergangenen Jahr wurde der gesamte Foto-Fundus des VEB Forster Tuchfabriken in den Bestand des Brandenburgischen Textilmuseum übernommen. Die fünf Mitarbeiterinnen eines ABM-Projektes machten aus dem wüsten Haufen von Fotos, die größtenteils ohne Benennung von Ort, Geschehen, Personen und Zeit abgelegt waren, eine museumsreife Dokumentation.
In einjähriger Arbeit bestimmten sie 5646 Bilder und trugen Informationen über das Dargestellte zusammen. Aber auch andere "Experten" beteiligten sich an der Aufarbeitung der im Bild konservierten Geschichte: Insgesamt 60 ehemalige Betriebsangehörige kamen ins Museum, sahen oftmals Hunderte von Fotos durch, versahen sie mit ihren Kommentaren und bereicherten die Fotosammlung so um wesentliche Informationen.
Die Ergebnisse dieser Arbeit sind ab morgen im Brandenburgischen Textilmuseum zu sehen. Hunderte Fotos und aufgeschriebene Erinnerungen an die Zeit, als Forst noch eine Textilarbeiterstadt war, laden zur Rückbesinnung ein, zum Wiederentdecken von längst vergessen Geglaubtem und zu einem manchmal ironischen, manchmal nostalgischen und oft traurigen Blick zurück.
Vielleicht aber sollte man weniger von Ergebnissen, sondern besser von Zwischenergebnissen sprechen? Denn die Ausstellung "Fadenbruch Bilder zur Erinnerung" versteht sich als Fortsetzung des inzwischen offiziell abgeschlossenen Erschließungsprojekts. Und so sind die Ausstellungsmacher sehr gespannt darauf, welche persönlichen Erinnerungen an die Zeit der alten Forster Tufa zwischen Brigadefotos und Bildern aus der Produktion zur Sprache kommen werden.
Lausitzer Rundschau vom 17. Juli 2000
Von Gerd Kundisch
FORST. "Fadenbruch" ist eine Ausstellung, die an vergangene Forster Zeiten erinnern will und nach mehrjähriger intensiver Arbeit im Brandenburgischen Textilmuseum eröffnet wurde. Dass sie wiederum eine erfolgreiche wird, steht bereits heute fest. Die ausgestellten Bilder zur Erinnerung werden für jeden Einzelnen zur persönlichen Erinnerung. Und so sang der 1. Forster Frauenchor von Wolle und Mumpitz, die zusammen man webt und von der Lausitzer Rosenstadt. "Kein schöner Land" ließ die Besucher in Erinnerungen schweben und gab den Auftakt für viele Gespräche.
"Fadenbruch" dokumentiert und kommentiert den volkseigenen Betrieb Forster Tuchfabriken ohne große Worte. Museumsleiterin Beate Schneider würdigte die engagierte Arbeit von Dr. Petra Clemens, die ein Mammutprogramm bewältigte und dabei 5.646 Fotos aus verschiedensten Archiven zu sichten, werten und schließlich auszuwählen hatte.
Dass die Arbeit in der DDR einen großen Stellenwert hatte, beweisen die vielen Ehrentage in alten Kalendarien. Sie sind nicht nur aus dem Kalender entfallen, ganze Industrien existieren nicht mehr. Und somit kann man an Hand der Fotos der eigenen Geschichte ins Gesicht sehen.
Die Ausstellung dokumentiert den industriellen Aufbruch und Abbruch zugleich. Die Bilder, auch an den Fassaden der Fabriken, regen zur Diskussion an. "Melancholie schwingt immer in Fotos mit. Um die Zeit zu begreifen sollten wir nachdenklich bleiben oder werden", führte Petra Clemens aus. Übrig geblieben sind Bilder von Betriebsstätten, deren Modernisierung immer wieder zurück gesetzt wurde. Sie unterlagen dem industriellen Abbruch in den vergangenen zehn Jahren.