
2009 blickten wir auf 20 Jahre Friedliche Revolution in der DDR und Mittel- und Osteuropa zurück. Auch 2010 erfahren diese Ereignisse und Entwicklungen große öffentliche Aufmerksamkeit.
Einen Blick in den Alltag und die Ereignisse ermöglichen auf anschauliche und manchmal auch heitere Weise Plakate der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Bis zum 20. Juni 2010 ist im Brandenburgischen Textilmuseum Forst (Lausitz) eine neue Sonderausstellung zu sehen. Sie trägt den Titel „20 Jahre friedliche Revolution und Deutsche Einheit“.
Im Herbst 1989 rebellieren die Menschen der DDR gegen die bestehenden Verhältnisse in ihrem Land. Damals gingen Hunderttausende in der DDR auf die Straße, um gegen die Diktatur der SED, für Reisefreiheit und bessere Lebensverhältnisse zu demonstrieren. Zu groß ist der jahrelang gewachsene Druck. Der im kirchlichen Raum entstandene Protest wächst zu einer landesweiten Bürgerbewegung. Auf den Straßen fordern Demonstranten demokratische Rechte und Freiheiten für alle. Gegen den Widerstand von Partei und Staat gelingt es, die Alleinherrschaft der SED zu brechen. Die scheinbar unüberwindbare Grenze öffnet sich. Die Menschen sind glücklich über die gewonnene Freiheit. Die ersten demokratischen Volkskammerwahlen am 18. März 1990 bekräftigen die gesamtgesellschaftliche Umwälzung.
Die Ausstellung setzt sich zusammen aus drei verschiedenen Plakatausstellungen der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur, aus Leihgaben Forster Bürger sowie aus Museumsbeständen. Ein besonderes Highlight ist eine Fotoshow mit Forster Stadtansichten der Zeit um 1990.
Die Plakatausstellung „Friedliche
Revolution und Deutsche Einheit“ wirft Schlaglichter auf die damaligen
Ereignisse. Sie erinnert an den Protest gegen die Fälschung der DDR-Kommunalwahlen,
die Fluchtbewegung im Sommer und die Massenproteste im Herbst, die die
SED-Diktatur in die Knie zwangen. Sie berichtet von der Selbstdemokratisierung
der DDR, der deutsch-deutschen Solidarität und den außenpolitischen
Weichenstellungen bis zur Wiedererlangung der Deutschen Einheit.
Aber was war die DDR? Diese Frage wird mehr denn je diskutiert. Noch 1989 schien die Antwort eindeutig. Heute wird der Alltag in der DDR häufig verklärt. Gab es tatsächlich so etwas wie eine »heile Welt« inmitten der Diktatur? Oder waren SED-Herrschaft und Alltag letztlich untrennbar miteinander verbunden?
Dieser Fragestellung widmet sich ein anderer Ausstellungskomplex, der von Gegenständen der DDR-Alltagskultur, wie Haushaltsgegenständen und Spielzeug bereichert wird.
Und last not least hat Flix, einer der besten Comiczeichner
Deutschlands, sich und seine Freunde gefragt, was ihnen einfällt, wenn sie an
die Zeit zurückdenken, als Deutschland noch zweigeteilt war. Aus den Antworten
ist eine bunte Comic-Reihe entstanden, unter dem Motto: »Da war mal was…«
Jede Episode erzählt von der deutschen Teilung aus einer anderen, persönlichen
Perspektive. Erinnerungen an hier und drüben, an DDR und Bundesrepublik, an
Demokratie und Diktatur. Flix hat sie aufgezeichnet. Aufrichtig, vielschichtig,
amüsant. Und wie nebenbei vermittelt er deutsch-deutsche Geschichte, die weit
über reines Faktenwissen hinausgeht.