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Ausstellungskalender

30. September - 27. November 2016

Handwerk in Forst

Tradition und Zukunft

Zunftstab, Goldwaage, Brotzeichenstempel

(Sammlung: Brandenburgisches Textilmuseum)

Bekannt ist die Stadt Forst (Lausitz) vor allem für ihre jahrhundertealte Tuchmachertradition und die daraus hervorgegangene Textilindustrie. Doch zeitgleich mit den Tuchmachern übten bereits im ausgehenden 14. Jahrhundert u. a. Leineweber, Schuhmacher, Schneider, Tischler, Schmiede, Kürschner, Böttcher und Töpfer ihr Handwerk in der Stadt aus, seit Mitte des 16. Jahrhunderts auch Walker, Tuchscherer und andere bei der Tuchherstellung benötigte Gewerke.

Anfangs waren die Schuhmacher und Leineweber die stärksten Handwerkerinnungen. Das Tuchmachergewerbe wurde im 19. Jahrhundert zum Haupterwerbszweig der Forster Bürger. Das Braurecht war eine weitere Erwerbsquelle.

Ein großer Teil der Gewerke war in Zünften organisiert. 1418 erhielten die Forster Tuchmacher durch ihren Stadtherrn ein Tuchmacherprivileg. Von der Gegenreformation aus Schlesien vertrieben, kamen 1628 Tuchmacher aus Grünberg und 1656 aus Meseritz, Lissa und Fraustadt nach Forst und in andere Städte der Niederlausitz. 1690 waren hier 50 Tuchmachermeister registriert.

Zu Recht wird bei historischen Darstellungen zur Stadt Forst (Lausitz) das Tuchmacherhandwerk in den Vordergrund gestellt, hat es doch der Stadt zu ihrer einstigen Größe verholfen. Aber gerade deshalb spielt in der Ausstellung die Vielseitigkeit des Forster Handwerks vom Mittelalter bis in die Neuzeit eine Rolle.

Die Ausstellung ermöglicht einen Blick zurück, auf historische Gewerke der Stadt, wie Zinngießer, Weißgerber, Klavierbauer. Diese gehören längst der Vergangenheit an. Doch zahlreiche Handwerkszweige, welche ihre Wurzeln bereits im Mittelalter haben, gibt es noch heute. Dahinter steht oft eine jahrzehntelange Familientradition. So gibt es Einblicke in die Arbeitswelt von Böttcher, Schmied, Sattler, Glaser, Uhrmacher und vielen mehr.

Und dass Handwerk auch heute Perspektiven bieten kann, zeigt die Forster Posamentenmanufaktur, ein Handwerkszweig mit Tradition, aber erst seit wenigen Jahren erneut in der Stadt etabliert.

Ergänzt wird die Ausstellung durch ein museumspädagogisches Programm, u. a. für Schulklassen, dass es ermöglicht, bestimmte Handgriffe selbst auszuprobieren oder den Handwerkern bei der praktischen Arbeit „über die Schulter zu schauen“.

Begleitprogramm

8. und 9. Oktober 2016, 14-17 Uhr

Handwerker-Erlebnis-Wochenende auf dem Museumshof

15. Oktober 2016, 14 Uhr

Stadtgeschichtliche Führung auf dem Forster Hauptfriedhof zu Gräbern ehemaliger Handwerker der Region

27. Oktober 2016, 18 Uhr

Fundusabend zur Geschichte der ehemaligen Lehrwerkstatt des VEB Forster Tuchfabriken

12. November 2016, 16 Uhr

Filmreihe „Mit der Hände Arbeit“

„Wie Ulbricht den Webautomaten nach Forst brachte“ und andere Filme“

26. November 2016, 15 Uhr

Vortrag von Jürgen Watzlaw, Geschäftsführer der handwerkskammer Frankfurt/O. i. R.

 

          Öffnungszeiten der Ausstellung: